Mittwoch, 18. Juli 2018
Männerglück.
Schon blöd, wenn man anfängt sich über Männer zu definieren..

Dieses Naturell sich die Bestätigung bei einem anderen Mann zu holen, wenn der Auserwählte nicht bereit ist einem das zu geben, was man will oder braucht, um sich anschließend besser zu fühlen, ist keine feine Art..

Er hat sich auch stets erfolgreich gegen mich gewehrt. Wir kennen uns beinah so lange wie ER in meinem Leben seine unkrautigen Wurzeln hat.. Wir haben nach einer „intensiven Zeit“ Jahre lang einmal im Jahr zu Silvester Kontakt gehabt, ein paar Worte gewechselt, Neuigkeiten in Erfahrung gebracht, um dann 364 Tage nichts mehr voneinander zu hören.. Das Leben ging auf beiden Seiten seine Wege und wenn wir schrieben, dann flirtete ich ihn ungeniert an, aus Spaß. Es war nichts ernstes, denn er fühlte sich geschmeichelt und ich wusste ich würde ihn beim Einschlafen begleiten oder eine nette Fantasie sein, wenn er die Gelegenheit hätte mit sich allein zu sein.. Und ich wusste er würde mir auf dieser charmanten Art und Weise eine Abfuhr erteilen – im Übrigen der Einzige, der sich das erlauben konnte, ohne mich zu kränken. Es war ein nettes Spiel für die Abwechslung. Ich habe ihm seine Frau, seinen Sohn und sein Glück gegönnt – habe ich wirklich. Er sei glücklich. Zwischendurch wäre er beinah schwach geworden aber ehe er einen Fehler begehen konnte, besann er sich eines besseren, erklärte er mir – der Glückliche!

Dieses Mal ging ich auf Angriff.. Ich spielte mit seiner gespielten Zaghaftigkeit und riss seine stacheldrahtbesetzen Zäune nieder. Ich verschwendete aus Frust, Traurigkeit und dem Zorn einer verschmähten Frau keine Gedanken an seine Familie, warum auch? Das alles ist doch nur eine selbst gewählte Farce und wenn ich ihn bekäme, dann würde es das nur bestätigen.. Ich glaubte ja auch ohnehin nicht daran. Ich rechnete mit Widerstand, ganz fest sogar. Aber der Widerstand ließ sich fortblasen wie eine Seifenblase und ich sah sie mit Erstaunen zerplatzen als Grenzen überschritten worden sind, die wir vor etlichen Jahren gemeinsam und jeder für sich gezogen hatten.. Ehe ich mich versah, fielen wir übereinander her auf eine alte, vertraute und beängstigend kalkulierende Weise.. Wir spielten damit, dass wir etwas Verbotenes tun und genossen es in den dreckigsten, sündigsten und denkbar schlechtesten Zügen..

Wir gingen auseinander ohne ein schlechtes Gefühl, mit einem befriedigten, lasziven Lächeln auf den Lippen..

Eine Woche später stolper ich über sein neues Profilbild.. Es zeigt ihn, seine Frau und seine frisch geborene Tochter.. Japp! Darauf bin ich gerade richtig gut zu sprechen……. Mehr als gehobene Augenbrauen, ein Zungenschnalzen und einem anschließenden Seufzen über sich selbst mit diesem eindeutigen „Was hab ich mir auch dabei gedacht…“ Ich habe es vermieden ihn darauf anzusprechen, wozu auch? Noch eine Baustelle brauch ich nicht.. Was soll er auch darauf sagen, wenn ich ihn damit konfrontiere, dass er es auf wildeste Weise mit mir tut und mir eindeutig zeigt, dass sein Widerstand in den letzten Jahren seine Sehnsucht nach mir nur vergrößert hat und dabei vergisst zu erwähnen, dass seine Frau gerade hochschwanger ist mit dem zweiten Kind und bald gebären wird.. Ich will es gar nicht hören, eine gute Rechtfertigung gibt es dafür nicht und genau genommen hat es mich auch nicht interessiert was mit seiner Frau ist, woher sein Sinneswandel kommt.. Obgleich nicht damit zu rechnen war, dass auch der zweite Mann mich mit plötzlicher Schwangerschaft und einem zweiten Kind „überrascht“.. Aber in dem Moment, wo ich sein Profilbild studiere und über mich selbst im Geiste den Kopf schüttel‘, stelle ich fest, dass meine Definition über Männer in meinem Leben soeben glorreich gescheitert ist und ich möglicherweise darüber nachdenken sollte….. wieder zu den Frauen zu wechseln ..